Horatio berichtet ab heute hier:
http://liebenin.wordpress.com/
Da ist alles etwas komplizierter, aber irgendwie auch cooler.
Hier passiert erstmal nichts mehr.
Gute Nacht.
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Sonntag, 4. Januar 2009
Pullerregel
Gesetze und Regeln bestimmen. Alles.
Man kann gegen sie eine Revolution veranstalten. Man kann eine Reform von unten nach oben oder von oben nach unten anleiern. Man kann sie ignorieren.
Manche.
Manche nicht.
So etwa die Pullerregel.
Die Pullerregel besagt, dass sie immer pullern muss. Und zwar stets nach Verlassen des Hauses, des Restaurants, des Büros, des Flugzeuges, des Museums. Immer, auch wenn ein Pullerort genutzt wurde, erfolgreich sogar.
Man hat sich zu fügen. Nichts hilft. Wirklich nichts.
In "Unabänderliches mit Würde tragen" zu kategorisieren.
Man kann gegen sie eine Revolution veranstalten. Man kann eine Reform von unten nach oben oder von oben nach unten anleiern. Man kann sie ignorieren.
Manche.
Manche nicht.
So etwa die Pullerregel.
Die Pullerregel besagt, dass sie immer pullern muss. Und zwar stets nach Verlassen des Hauses, des Restaurants, des Büros, des Flugzeuges, des Museums. Immer, auch wenn ein Pullerort genutzt wurde, erfolgreich sogar.
Man hat sich zu fügen. Nichts hilft. Wirklich nichts.
In "Unabänderliches mit Würde tragen" zu kategorisieren.
Samstag, 3. Januar 2009
Blumenfragen
Sonnabends fahren mein älterer Sohn und ich gerne Brötchen holen. Das ist aus verschiedenen Gründen schön.
Erstens brauchen wir dann nicht den Tisch decken und wenn wir nach Hause kommen, duftet es tatsächlich schon in einem von drei Fällen nach frischem Kaffee.
Zweitens ist es immer ein Spaß, mit unserem alten und dreckigen Geländegefährt russischer Herkunft auf dem örtlichen Supermarktparkplatz zwischen fahrenden sozialen Provokationen (Audi Q7, BMW 767i und sowas) gleichberechtigt zu parken und unbeschreibliche Blicke zu ernten (so etwas zwischen Ekel, Mitleid, Ungläubigkeit, Bewunderung, Neid).
Drittens können wir als liebende Familienmitglieder meiner Frau eine Blume mitbringen. Aber hier stoßen wir ab und zu auf Probleme. In der Regel liegen wir mit einer Blume richtig, die Gerbera heißt oder so und die meine Frau sehr gerne mag. Kurz vor Weihnachten aber haben wir mit ihr einen Fehler gemacht, denn dann ist eine Blume angesagt, die aussieht wie ein Prügel und Amarillis heißt oder so und die unverschämt teuer ist. Aber wir haben gelernt und machten mit ihr erfolgreich Freude. Heute war das aber auch wieder falsch, denn Weihnachten sei doch vorbei. Toll. Naja. Wir haben bis zum kommenden Sonnabend die Chance, nach einer neuen Variation zu suchen. Wenn es nach meinem Sohn ginge, würde es eh immer diese sozialistische Blume geben, von denen es in unserem Ort immer sehr viele gibt und die für ihn angenehm immer in einer seiner Größe eher zugänglichen Ausstellungsbereich beim Floristen ausgestellt ist.
Ich werde berichten.
Erstens brauchen wir dann nicht den Tisch decken und wenn wir nach Hause kommen, duftet es tatsächlich schon in einem von drei Fällen nach frischem Kaffee.
Zweitens ist es immer ein Spaß, mit unserem alten und dreckigen Geländegefährt russischer Herkunft auf dem örtlichen Supermarktparkplatz zwischen fahrenden sozialen Provokationen (Audi Q7, BMW 767i und sowas) gleichberechtigt zu parken und unbeschreibliche Blicke zu ernten (so etwas zwischen Ekel, Mitleid, Ungläubigkeit, Bewunderung, Neid).
Drittens können wir als liebende Familienmitglieder meiner Frau eine Blume mitbringen. Aber hier stoßen wir ab und zu auf Probleme. In der Regel liegen wir mit einer Blume richtig, die Gerbera heißt oder so und die meine Frau sehr gerne mag. Kurz vor Weihnachten aber haben wir mit ihr einen Fehler gemacht, denn dann ist eine Blume angesagt, die aussieht wie ein Prügel und Amarillis heißt oder so und die unverschämt teuer ist. Aber wir haben gelernt und machten mit ihr erfolgreich Freude. Heute war das aber auch wieder falsch, denn Weihnachten sei doch vorbei. Toll. Naja. Wir haben bis zum kommenden Sonnabend die Chance, nach einer neuen Variation zu suchen. Wenn es nach meinem Sohn ginge, würde es eh immer diese sozialistische Blume geben, von denen es in unserem Ort immer sehr viele gibt und die für ihn angenehm immer in einer seiner Größe eher zugänglichen Ausstellungsbereich beim Floristen ausgestellt ist.
Ich werde berichten.
Donnerstag, 1. Januar 2009
Frage der Organisation
Es gibt auf dieser Welt zwei Gruppen von Menschen. In die erste Gruppe gehört eine Familie mit kleinen Kindern und berufstätigen Eltern in einem Haus ohne Putzfrau. Das Leben ist laut und dreckig. Mutter und Vater sind grundsätzlich erschöpft und haben den Haushalt nur nach ihren Maßstäben im Griff.
In die zweite Gruppe gehören Zeitgenossen, die entweder keine Kinder haben, die Kinder haben, die schon seit zwanzig Jahren aus dem Haus sind, die Kinder haben, aber niemals an deren Erziehung beteiligt waren, die sehr seltsame Kinder haben, die eine Putzfrau oder ein Au-Pair oder viel Geld oder einfach nichts anderes zu tun haben als ihren Haushalt tipptopp zu halten.
Wenn Menschen der zweiten Gruppe auf solche der ersten Gruppe stoßen, kann es zu Situationen kommen, in denen Unverständnis zum Ausdruck gebracht wird. Vor allem von Vertretern der Gruppe Zwei an die der Gruppe Eins.
Wenn Vertreter der Gruppe Zwei die der Gruppe Eins wirklich herausfordern wollen, lassen sie sich zu Topaussprüche wie "Es ist alles eine Frage der Organisation" hinreißen.
Es gibt vielfältige Formen der Reaktion seitens Gruppe Eins. Diese verdienen es, in getrennten Beiträgen gewürdigt zu werden.
Nur soviel: Es gibt Vertreter der Gruppe Eins, die sich vornehmen, ihren Kindern zu sagen, wenn sie morgens Angst vor dem Kindergarten haben, die Eltern aber dringend zur Arbeit müssen: "Es ist alles eine Frage der Organisation". Ihren Kindern zu sagen, wenn sie morgens endlich angezogen sich vollkotzen: "Es ist alles eine Frage der Organisation". Ihren Kindern sagen, wenn diese mit den Eltern spielen wollen, diese aber die Steuererklärung abschließen und einen TÜV-Termin für das Auto vereinbaren müssen oder einen Kunden am Telefon haben: "Es ist alles eine Frage der Organisation".
So.
In die zweite Gruppe gehören Zeitgenossen, die entweder keine Kinder haben, die Kinder haben, die schon seit zwanzig Jahren aus dem Haus sind, die Kinder haben, aber niemals an deren Erziehung beteiligt waren, die sehr seltsame Kinder haben, die eine Putzfrau oder ein Au-Pair oder viel Geld oder einfach nichts anderes zu tun haben als ihren Haushalt tipptopp zu halten.
Wenn Menschen der zweiten Gruppe auf solche der ersten Gruppe stoßen, kann es zu Situationen kommen, in denen Unverständnis zum Ausdruck gebracht wird. Vor allem von Vertretern der Gruppe Zwei an die der Gruppe Eins.
Wenn Vertreter der Gruppe Zwei die der Gruppe Eins wirklich herausfordern wollen, lassen sie sich zu Topaussprüche wie "Es ist alles eine Frage der Organisation" hinreißen.
Es gibt vielfältige Formen der Reaktion seitens Gruppe Eins. Diese verdienen es, in getrennten Beiträgen gewürdigt zu werden.
Nur soviel: Es gibt Vertreter der Gruppe Eins, die sich vornehmen, ihren Kindern zu sagen, wenn sie morgens Angst vor dem Kindergarten haben, die Eltern aber dringend zur Arbeit müssen: "Es ist alles eine Frage der Organisation". Ihren Kindern zu sagen, wenn sie morgens endlich angezogen sich vollkotzen: "Es ist alles eine Frage der Organisation". Ihren Kindern sagen, wenn diese mit den Eltern spielen wollen, diese aber die Steuererklärung abschließen und einen TÜV-Termin für das Auto vereinbaren müssen oder einen Kunden am Telefon haben: "Es ist alles eine Frage der Organisation".
So.
Der Alltag ist voll
Ich sehe aus dem Fenster meines Hauses und sehe in das Fenster eines anderen Hauses. Dort sitzt Tag für Tag ein Mensch. Am Schreibtisch. Allein. Sogar Silvester. Dieser Mensch hat eine Geschichte. So, wie alle anderen auch. Man muß nur hinsehen. Und dann sich verlieren in den Geschichten, die der Alltag einem vor die Nase hält.
Zukünftig werde ich mir die Nase öfters mal putzen. Und zwar genau hier.
Zukünftig werde ich mir die Nase öfters mal putzen. Und zwar genau hier.
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